Tierethik

Tagungsbericht: Das Tier an sich? Neue wissenschaftliche Perspektiven der Mensch-Tier-Beziehung

Essen, forschen, streicheln – die Widersprüche in der Mensch-Tier-Beziehung sind eklatant. Aber sind sie auch ein „ethischer Skandal“? Braucht der Tierschutz ein neues, besseres Fundament? Fragen wie diese diskutierten Natur- und Geisteswissenschaftler im Rahmen der Tagung „Das Tier an sich?“ vom 8. – 9. November 2010 in der Evangelischen Akademie Tutzing.

Tierschutz: Grundrechte für Menschenaffen?

Der Fall "Hiasl" spaltet die Gemüter: Hat ein Schimpanse Anrecht auf Menschenrechte? Tierschützer in Wien ziehen mit genau dieser Forderung vor Gericht. Sie stützen sich dabei auf wissenschaftliche Ergebnisse, die bestätigen, dass Schimpansen 99,4 % ihres Erbmaterials mit dem Menschen teilen. Die Debatte berührt somit die grundlegende Frage der Bedeutung und Reichweite der Menschenrechte, was kontrovers diskutiert wird.

Tierschutz: Neue EU-Richtlinie für Tierversuche verabschiedet

Die neue Richtlinie der EU zur Regelung von Tierversuchen ist umstritten: Befürworter halten sie für einen "Quantensprung" im Tierrecht, Gegnern geht der Schutz nicht weit genug. Jährlich werden in Europa circa 12 Millionen Tiere zu Versuchszwecken verwendet, inwiefern diesen die neue Richtlinie zugute kommt, bleibt abzuwarten.

Belgien: Pläne zur Sterilisierung aller Katzen

In Belgien gibt es Pläne der Regierung, nach denen bis 2016 alle Katzen des Landes sterilisiert werden sollen. Der Grund: Die Anzahl der Katzen nimmt stetig zu. Die Tierheime sind überfüllt. Die Debatte verläuft wenig überraschend hitzig.

Biodiversität in den Ozeanen: Census of Marine Life zählt 230 000 Arten in den Meeren

Die Wissenschaftler Census of Marine Life haben nach der bisher größten Volkszählung der Ozeane eine erste Bilanz gezogen: Rund 230.000 Arten leben in den Meeren (vom Einzeller bis zum Blauwal.) Wie sehr der Lebensraum "Meer" dabei bedroht ist, thematisiert in dieser Woche u.a. ein Artikel in der NZZ: "Immer mehr Todeszonen in den Ozeanen".

Wolf in der Schweiz zum Abschuss freigegeben

Der Wolf, der im Juni und Juli im schweizerischen Kanton Wallis Schafe und Rinder getötet hat, wurde von der Walliser Regierung nach langen Diskussionen mit Toerschützern und Behörden zum Abschuss freigegeben.

Tierschutz: Katalonien verbietet Stierkämpfe

Ein deutliches Signal in Richtung eines spanienweiten Verbots der traditionellen Stierkämpfe lieferte nun das Parlament von Katalonien: In einer historischen Entscheidung zugunsten des Antrags einer Tierschutzinitiative verbot es den umstrittenen Brauch.

Mitgefühl im Tierreich: Auch Raben trösten ihre Gefährten

Der Biologe Thomas Bugnyar von der Universität Wien beobachtete zwei Jahre das Sozialverhalten von Raben. Seine Fragestellung: Wie gehen Raben nach einem Kampf mit dem Verlierer um? Es zeigte sich, dass auch Raben so etwas Mitgefühl zeigen. Dies fördert die Gruppenharmnonie und sichert das Überleben. Bislang war das Phänomen "Trost" vor allem bei Primaten beobachtet worden.

Hunde als Therapie: Wie Tiere bindungsgestörten Kindern helfen

Der Hund wird oftmals als "bester Freund des Menschen" bezeichnet. So ganz unrichtig ist diese Bezeichnung nicht, wie nun eine europäische Studie unterstreicht: Untersucht wurden 31 Kinder aus Pflegeheimen im Alter von 7 bis 12 Jahren. Die Kinder zeigten meist unsicheres Bindungsverhalten und taten sich schwer, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Im Rahmen der Studie wurde den Kindern ein Hund zur Seite gestellt, erläutert Kurt Kotrschal von der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle für Ethologie der Uni Wien und Mitautor der Studie.

Forscher entwickeln Nachahmung einer atmenden Lunge im Miniformat

Forscher des Wyss Institutes an der Harvard University ist es gelungen in Form eines Chips die Nachahmung einer atmenden Lunge im Miniformat herzustellen. Damit, so die Hoffnung der Forscher, könnten viele Tierversuche erspert bleiben.

 
Inhalt abgleichen