Medizin – und Bioethik

Rückprogrammierung von Zellen

Die Zellforscher John Gurdon und Shinya Yamanaka erhalten für die Rückprogrammierung adulter Zellen zu embryonalen Stammzellen den diesjährigen Medizin-Nobelpreis. Man verspricht sich mit diesem Wissen in Zukunft abgestorbene Nerven zu züchten und damit zum Beispiel Alzheimer- oder Herzinfarkt-patienten zu helfen.

Was kann und sollte die Synthetische Biologie?

Die alte Frage nach dem Leben scheint von der Synthetischen Biologie neu aufgerollt zu werden, indem sie sich daran macht, es herzustellen. Doch wie weit reichen die neuen Erkenntnisse dieser Forschung wirklich? Und wo stellen sich ethische Bedenken ein? In seinem SZ-Artikel beschäftigt sich Jörg Hacker mit der Frage, wie uns die Synthetische Biologie im Verständnis des Lebens weiter bringen kann - und wo ethische Grenzen zu ziehen sind.

DNA von Ureinwohnern verkauft - Ecuador klagt

Der Staat Ecuador klagt gegen amerikanische Forscher, die Erbgut eines Ureinwohner-Stammes ohne deren Einverständnis verkauft haben sollen. Die Koordination des Falls liegt bei der Zuständigen für nationales Kulturgut, womit die grundsätzliche Frage aufgeworfen ist, ob es sich bei indigener DNA um ein Kulturgut handelt. Anders agrumentiert Ecuadors Präsident, er sieht mit dem Verkauf der DNA die Menschenwürde der Ureinwohner verletzt. 

Schweizer Sterbehilfeorganisation feiert 30jähriges Jubiläum - Diskussionsrunde im Schweizer Fernsehen

Monika Renz, Leiterin Psychoonkologie St. Gallen; Philipp Weiss, Kardiologe; Bernhard Sutter, Vizepräsident Sterbehilfeorganisation "Exit"; Sonja Grob, Journalist; Lukas Niederberger, Theologe und Publizist und Karin Sautter, Rentnerin, diskutieren über Sterbehilfe in der Schweiz anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Organisation "Exit". Verschiedene Positionen zum Thema Sterbehilfe erhalten eine Stimme. Einig sind sich die Diskutanten darüber, dass die Frage nach dem, was beim Sterben geschieht, offen bleiben muss.

Wie sieht das Gesundheitssystem der Zukunft aus?

Im Inverview mit der ZEIT spricht Hermann Requardt, Mitglied des Siemens-Vorstandes, über seine Vorstellungen eines angemessenen Gesundheitssystems der Zukunft. Dabei soll vor allem eine bessere Vernetzung des vorhandenen Expertenwissens zu einer effizienteren Therapieplanung führen, wobei auch genetische Informationen der Patienten einfließen sollen. Außerdem steht im Gepräch die Frage im Vordergrund, wie technische Lösungen im medizinischen Bereich in Zukunft aussehen können.

Grenzüberschreitende Biopolitik: Ökonomische Folgen der Regulierung von ART

In einer Studie im Israel Journal of Health Policy Research (2012, 1:15) haben die israelische Medizinethikerin und Juristin Carmel Shalev und die Innsbrucker Biochemikerin Gabriele Werner-Felmayer auf die Folgen nationalstaatlicher Regulierung der Eizellspende für den grenzüberschreitenden, reproduktionsmedizinischen "Tourismus" hingewiesen.

Gentests an Embryonen: Entwurf für Durchführung der PID

Bundesgesundheitsminister Bahr hat einen Referentenentwurf zur Durchführung der PID vorgelegt, deren Anwendung (unter engen Bedingungen) im November 2011 in Kraft trat. Der Referentenentwurf regelt die Zulassung der PID-Zentren, die Frage des behandelnden Personals sowohl die Zusammensetzung und Arbeit der Ethikkommissionen (4 Mediziner, 2 Vertreter von Patientenorganisationen, 1 Jurist, 1 Ethiker).

Der Ethiker Guido de Wert zur Genforschung

Im FAZ-Interview spricht der niederländische Ethiker Guido de Wert über Fragen der Gendiagnostik und deren mögliche Auswirkungen. Dabei plädiert er dafür, dass die Diagnose in erster Linie im Dienst des Patienten stehen sollte und deren Interessen sinnvoll gegen die Interessen der Forschung abgewogen werden sollten.

Joachim Müller-Jung zur Genomanalyse bei Ungeborenen

In seinem FAZ-Beitrag setzt sich Joachim Müller-Jung mit der Möglichkeit der vollständigen Genomanalyse bei Ungeborenen auseinander. Nach neuesten Forschungsergebnissen ist die diese allein mit Hilfe von Blut oder Speichel der Mutter möglich. Mit diesen neuen Möglichkeiten wächst allerdings zugleich die Gefahr der Überforderung, sowohl auf Seiten der Eltern als auch für den Arzt, was im Artikel aus bioethischer Perspektive diskutiert wird.

Internationale Konferenz: "Patient organizations, health movements and medical research“

Datum: 
10. Mai 2012 - 10:30 - 12. Mai 2012 - 13:00
Ort: 
Universität Augsburg / Conference Center Zeughaus

Vom 10.-12. Mai 2012 veranstaltet das Forschungsprojekt „Partizipative Governance der Wissenschaft“  (PD Dr. Peter Wehling und Dr. Willy Viehöver; Universität Augsburg) im Augsburger Zeughaus (Zeugplatz 4, 86150 Augsburg) die dreitägige internationale Konferenz "Patient organizations, health movements and medical research. Varieties, effects and future of civil society engagement in science, technology development and research policies".

 
Inhalt abgleichen