Grüne Gentechnik

GV-Pflanzen sind nicht mehr von traditionellen Züchtungsprodukten zu unterscheiden - was bedeutet das für die Ethik?

Gentechnisch veränderte Pflanzen der zweiten Generation können exakt bestimmte Orte im Erbgut anzusteuern und die Erbinformation punktgenau verändern. So lassen sich Pflanzen erzeugen, deren Inhaltstoffe gesünder sind oder Umwelteinflüssen wie Hitze, Trockenheit oder Salzstress besser trotzen können.

Wissenschaftsakademien nehmen Stellung zur Grünen Gentechnik

Neuartige Methoden der Pflanzenzüchtung auf Basis molekulargenetischer Verfahren ermöglichen die Anpassung des Erbguts von Kulturpflanzen an bestimmte Anbaubedingungen und an die Nachfrage. Die resultierenden Sorten lassen sich mitunter nicht mehr von durch konventionelle Züchtung gewonnenen Pflanzen unterscheiden. Soweit molekulargenetisch neuartig gezüchtete Sorten gleichwohl allein wegen des angewandten Verfahrens unter das deutsche Gentechnikgesetz fallen sollten, hat dies zur Folge, dass die gegenwärtige Regulierung in solchen Fällen inkonsistent ist.

Grüne Gentechnik: Nationale Anbauverbote in der Kritik

Seit Mitte Januar haben die Mitgliedsstaaten die Möglichkeit den Anbau von EU-weit zugelassenen gentechnisch veränderten Plfanzen (GVO) auf nationaler Ebene zu beschränken. Obwohl die Forschung von etwaigen Verboten ausgenommen werden soll, sehen Wissenschaftler auch die Bedingungen für notwendige Risikountersuchungen im Bereich der grünen Biotechnologie in Gefahr. Außerdem würden neue Verfahren, die auf der Verwendung genetischen Materials alter Kultursorten basieren, im Keim erstickt.

25 Jahre Biologische Sicherheitsforschung zu gentechnisch veränderten Pflanzen - Broschüre des BMBF mit einem Vorwort von Christian Dürnberger

Seit dem Jahr 1987 hat die Bundesregierung zahlreiche Projekte zur biologischen Sicherheitsforschung zu gentechnisch veränderten Pflanzen finanziert. Zwei Jahre nach dem Ende des vorerst letzten Programms ist nun eine Broschüre erschienen, in dem  Versuchsreihen mit ihren Ergebnissen vorgestellt werden.

TTN-Mitarbeiter Christian Dürnberger wurde gebeten, ein Vorwort zur Forschung zu den Umweltwirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen aus philosophischer, umweltethischer Perspektive zu verfassen.

NDR-Podcast: Grüne Gentechnik auf dem Feld

"Pflanzenzüchtung bedeutet: Verbesserte Nahrungsproduktion, kulturelle Entfaltung und potenzielle Katastrophen durch höhere Anfälligkeit. Und was macht die Gentechnik mit den Pflanzen? Gentechnik erweitert die klassische Züchtung, und zwar in einer lächerlich kurzen Zeit verglichen mit den 10.000 Jahren Pflanzenanbau. Dadurch kann die genetische Variabilität, die in der Natur verhanden ist, erweitert werden. Indem ich zusätzliche Gene einbringe, die normalerwiese nicht in einer Art vorhanden sind, unterscheidet sich die Gentechnik von der üblichen Züchtung."

Ein neuer Genmais auf Deutschlands Feldern?

Der Genmais 1507 der Firma Pioneer steht vor einer Zulassung durch die EU-Kommission. Diese wird wohl positiv ausfallen, denn aus Sicht der Biosicherheitsforschung finden sich keine Einwände, die eine Gefährdung von Mensch und Umwelt wahrscheinlich machen.

Katrin Blawat in der Süddeutschen Zeitung über die Grüne Gentechnik: Schluss mit der Scheindebatte

Katrin Blawat skizziert auf sueddeutsche.de die Gentechnikkontroverse als holzschnittartige Diskussion, die nur Schwarz oder Weiß kennt: Während die konventionelle Züchtung als vertraut wahrgenommen wird, gilt Gentechnik als unnatürlich und schlecht. Eine solche Debattenkultur ist undifferenziert und wird der Sachlage nicht gerecht, so Blawat. Oder in ihren eigenen Worten: "Warum es Unsinn ist, über die Grüne Gentechnik zu streiten."

Studie der Universität Göttingen: Grüne Gentechnik hat positive Auswirkungen für indische Kleinbauern

Das Argument, der Einsatz von gentechnisch veränderten Saatgut habe horrende Konsequenzen für Kleinbauern in Indien, ist ein oft gehörtes in den Diskussionen über Grüne Gentechnik. Eine Studie der Universität Göttingen, durchgeführt von Martin Qaim und Jonas Kathage, hat sich nun im Zeitraum von 2002 bis 2008 die Auswirkungen von Grüner Gentechnik in Indien genauer angesehen. Ihr Fazit: Die Erträge und Gewinne der Kleinbauern stiegen.

Schädlingsbefall an transgenem Mais

Die bisherige Schädlingsresistenz gentechnisch veränderter Pflanzen scheint erstmals größere Lücken aufzuweisen. Grund dafür ist, dass der bekämpfte Maiswurzelbohrer eine Resistenz gegen das Toxin entwickelt, ein ähnliches Phänomen wie die allmähliche Antibiotikaresistenz von Keinem. Als Ursache für diese Entwicklung wird vor allem der häufige Anbau von Monokulturen genannt, in welchen der Käfer schnell Resistenzen entwickeln kann.

Patrick Moore, Co-Gründer von Greenpeace, hält Plädoyer für Grüne Biotechnologie

Ein Gründungsmitglied von Greenpeace, der Kanadier Patrick Moore, sprach bei einem Symposium über die Potentiale der Grünen Biotechnologie und hält den Widerstand der von ihm mitgegründeten NGO in seiner gegenwärtigen Form für nicht zielführend.

 
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