Ethikforschung

Liegt das Gute im Vagusnerv? Psychologe Dacher Keltner und seine Thesen aus "Born to be good"

Dacher Keltner, Psychologieprofessor der University of California, ist überzeugt, dass der Mensch von Natur aus ein gutes Wesen ist. In seinem im vergangenen Jahr erschienenen Buch "Born to be good" kritisierte er das weit verbreitete Menschenbild des rivalisierenden Egoisten und setzte diesem sein Menschenbild des fürsorglichen Wesens entgegen. Er vermutet, dass Gefühle wie Fürsorge und Mitgefühl  eine weitverzweigte Wurzel im menschlichen Körper hat: den Vagusnerv.

Vortrag Prof. Dr. van den Daele: Deliberation als Königsweg zur Behandlung moralischer und religiöser Konflikte?

Datum: 
10. Juni 2010 - 18:15 - 19:30
Ort: 
Center for Advanced Studies der LMU München

Deliberative Verfahren, in denen streitende Parteien, gesellschaftliche Gruppen und Wertgemeinschaften ihren Konflikt in den geregelten Austausch von Argumenten überführen, sind als Ausdruck von gesellschaftlichem Pluralismus und eines toleranten Umgangs mit Dissens zu verstehen. Sind sie daher das Mittel der Wahl, um moralische und religiöse Konflikte zu befrieden? Wolfgang van den Daele erwägt Leistungsfähigkeit, Voraussetzungen und Grenzen von Deliberationen für Streitigkeiten, die nicht in rationalen Konsens aufgelöst werden können.

das-tut-man-nicht.de - Website gibt Auskunft bei moralischen Konflikten

"Es braucht wieder mehr Menschen in diesem Land, die sagen: So etwas tut man nicht". Dieses Zitat von Bundespräsident Horst Köhler haben sich die Journalistinnen Ursula Weidenfeld und Margaret Heckel zu Herzen genommen und eine Website konzipiert, auf der Menschen in ethischen oder moralischen Konflikten ihre Frage stellen können. Unterschiedliche Experten geben auf www.das-tut-man-nicht.de Auskunft auf die verschiedenen Spielarten der ethischen Frage nach dem richtigen und guten Handeln.

Der Begriff "Menschenwürde" in bioethischen Debatten: Bloß eine leere Formel?

In nahezu jeder bioethischen Debatte wird sie argumentativ ins Feld geführt: Die Unantastbarkeit der Menschenwürde. Eine genauere Analyse, so argumentiert Edgar Dahl im "Spiegel", zeigt jedoch, dass der Begriff viel zu beliebig verwendet wird. Er rät daher, auf ihn überhaupt zu verzichten.

Experiment: Magnetfeld ändert unser moralisches Urteilen

Neurowissenschaftlern um Rebecca Saxe vom Massachusetts Institute of Technology ist es gelungen, das moralische Urteil von Versuchsteilnehmern zu manipulieren. Wer eine aufwändige Testanordnung vermutet, irrt: Die Forscher legten über dem rechten Ohr von 20 Probanden ein Magnetfeld an. Das Magnetfeld genügte, um das moralische Urteilen der Testpersonen zu ändern: Von Gesinnungsethikern zu Konsequentialisten.

Zwischen beruflichem Erfolg und privatem Scheitern: Eine Güterabwägung von David Brooks

In der New York Times versucht sich David Brooks im Gedankenspiel einer ungewöhnlichen Güterabwägung anhand des Beispiels von Sandra Bullock: Die amerikanische Schauspielerin gewann in diesem Monat nicht nur den Oscar, sie entdeckte auch die Untreue ihres Ehemanns und verließ ihn daraufhin. Brooks stellt nun die Frage: Würden Sie diesen Deal eingehen, beruflichen Erfolg für privates Scheitern? Die etwas andere Güterabwägung zum Osterfest.

Peter Löscher: Stiftung eines Lehrstuhls für Wirtschaftsethik

Aus seinem Privatvermögen stiftet Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender bei Siemens, einen Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der TU München (TUM). Aufgabe und Ziel sei es "das traditionsreiche Leitbild des ehrbaren Kaufmanns" vorzuleben und weiter zu vermitteln.

 

Moral ohne Religion

Außerreligöse Erklärungen zur Entstehung von Moral interpretieren Religion als Nebenprodukt der Evolution

Konfrontation mit guten Beispielen verbessert eigenes Sozialverhalten

Laut einer Studie, veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe des Journals Psychological Science, verbessern gute Beispiele anderer das eigene Sozialverhalten.

Sloterdijk: Private Mildtätigkeit statt staatlicher Fürsorge. Über die Begründung des Sozialstaates

Peter Sloterdijk fordert private Mildtätigkeit statt staatlicher Fürsorge ein. Seine "Philosophie der Gabe" entfacht die Debatte über Sinn, Nutzen und Notwendigkeit des Sozialstaats aufs Neue.

 
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