CfA: BMBF-Klausurwoche "Pluripotente Stammzellen" - Deadline 10. Mai

Das Institut TTN veranstaltet vom 28. September bis 2. Oktober 2015 eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte internationale wissenschaftliche Klausurwoche zum Thema:

"Pluripotente Stammzellen. Lebenswissenschaftliche Praxis der Stammzellforschung und ihre ethische, legale und soziale Kommentierung"

Zum Thema

Die humane Stammzellforschung gehört zu den sogenannten »Hope-, Hype- und Fear-Technologien« und erlebt seit Shinya Yamanakas Entwicklung des Verfahrens der Reprogrammierung von Körperzellen zu induzierten pluripotenten Stammzellen im Jahre 2006 erneut intensive ethische und rechtliche Debatten. Insbesondere der Rekurs auf entwicklungsbiologische Totipotenz als Kriterium zur Bewertung des ethischen, rechtlichen und ontologischen Status von Stammzellen wird durch neue Techniken zur Erzeugung womöglich totipotenter Entitäten infrage gestellt.

Ziel der Klausurwoche ist es, aktuelle Fragestellungen zur Stammzellforschung sowie Art und Hintergrund ihrer Thematisierung in Deutschland und Großbritannien zu diskutieren, um interdisziplinär Grundlagen einer konsistenten Bewertung und Regelung lebenswissenschaftlicher Praxis zu erörtern.

Ein Vergleich der beiden Länder in Bezug auf Forschungspraxis, rechtliche Rahmenbedingungen, Debattenkultur und deren ethische Fundierung ist produktiv, gelten sie doch als Gegenbilder: Während in Großbritannien eine utilitaristische, fallbasierte Tradition ethischer Urteils- und politischer Entscheidungsfindung für eine der liberalsten Regulierungen der Forschung an embryonalen Stammzellen verantwortlich sei, habe in Deutschland die jahrelang um den Würdebegriff kreisende Statusdebatte zu einer sehr restriktiven, aber auch in sich widersprüchlichen Regulierung der Forschung an Embryonen geführt. Diese Zuschreibungen gilt es zu prüfen und in der Kontrasterfahrung ein Verständnis der jeweiligen Forschungs- und Diskurslage sowie ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen zu entwickeln.

Programm und Themenschwerpunkte

  • Stand der molekularbiologischen Debatte
  • Epistemologischer und ethischer Status von Stammzellen
  • Philosophische und soziologische Reflexion lebenswissenschaftlicher Praxis
  • Ethische, rechtliche und soziale Aspekte der Stammzelldebatten in Großbritannien und Deutschland
  • Konklusionen für eine europäische und internationale Stammzellregelung

Das Programm sieht Referate der Teilnehmenden, Gastvorträge von ExpertInnen, moderierte Diskussionen, Einblicke in die Praxis der Stammzellforschung durch einen Laborbesuch und eine Projektvorstellung sowie kulturelle Abendveranstaltungen vor.

Referenten

• Prof. Dr. Peter Dabrock
Systematische Theologie (Ethik), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Mitglied des Deutschen Ethikrates
• Prof. Dr. Christine Hauskeller
Philosophie und Soziologie, University of Exeter; Mitglied der Zentralen Ethikkommission für Stammzellenforschung des Robert-Koch-Instituts
• Prof. Dr. Jens Kersten
Öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaften, Ludwig-Maximilians-Universität München; Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des Instituts TTN
• Prof. Dr. Jürgen Winkler
Molekulare Neurologie, Universitätsklinikum Erlangen; Sprecher des Bayerischen Forschungsverbundes Humane Induzierte Pluripotente Stammzellen (ForIPS)

Call for Abstracts

NachwuchswissenschaftlerInnen aller relevanten Fachbereiche sind herzlich dazu eingeladen, sich mit einem Abstract (ca. 500 Wörter), Lebenslauf und Publikationsliste zu bewerben!

Einsendeschluss: 10. Mai 2015

Kontakt: anja.pichl@elkb.de

Koordination
Prof. Dr. Arne Manzeschke und Anja Pichl M.A.

Konferenzsprachen
Deutsch und Englisch

Ort
Studienhausstiftung Gut Schönwag,
Schönwag 4, 82405 Wessobrunn
www.studienhaus-stiftung.de

Die Anreise ist bereits am Abend des 27. Septembers möglich. Reise- und Unterbringungskosten werden vom Veranstalter getragen. Bei Abgabe eines ausgearbeiteten Manuskriptes, das in einem Klausurwochen-Band veröffentlicht wird, erhalten Teilnehmende ein Honorar in der Höhe von 300,– Euro.

Bei Bedarf bieten wir während der Klausurwoche eine kostenlose Kinderbetreuung an. Bitte nehmen Sie gegebenenfalls vorab Kontakt mit uns auf.

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