Geteilte Elternschaft bei Gamenten- und Embryonenspende: Medizinische, rechtliche und ethische Aspekte

Im Fortpflanzungsmedizinrecht in Deutschland entscheiden auch Bestimmungen des familiären Personenstands über die Zulassung oder Ablehnung von Wunscheltern zu einer assistierten Reproduktion. Angesichts neuer Formen geteilter Elternschaft diskutiert ein Artikel in der GebFra, der im TTN-Umfeld entstanden ist, die Frage, ob die bestehenden Regelungen zur Sicherstellung des Kindeswohls noch zeitgemäß sind.

Am Beispiel der Gameten- und Embryonenspende diskutiert der Artikel, der im Juli 2014 in der Zeitschrift für Geburtshilfe und Frauenheilkunde sowohl auf englisch wie auf deutsch erschien die aktuelle medizinische Praxis sowie ihren rechtlichen Hintergrund. In ethischer Perspektive geht um die Frage, inwieweit ein Ethos der Elternschaft einen verantwortlichen Umgang mit den familiären Veränderungen geteilter Elternschaft ermöglichen kann. Eine solche Ethik sollte sicherstellen, dass die vom Grundgesetz gesicherte reproduktive Autonomie durch sozialethische Aspekte der Ermöglichung einer Eltern-Kind-Beziehung konkretisiert wird. 

Bei ihren Schlussfolgerungen greifen die Autoren Dr. Stephan Schleissing (Theologie), Prof. Dr. Jens Kersten (Recht), Prof. Dr. Christian J. Thaler (Medizin) und Dr. Viktoria von Schönfeldt (Embryologie) Überlegungen auf, die innerhalb des Arbeitskreises „Recht und Ethik der Fortpflanzungsmedizin in Deutschland“ am Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN) erarbeitet worden sind. Weitere Teilnehmer des Arbeitskreises waren Prof. Dr. Reiner Anselm (Theologie), Dr. Julia Inthorn (Philosophie), Dr. Birgit Mayer-Lewis (Heil- und Behindertenpädagogik), Dr. Yasmin Mehraein (Medizin) und Michael Zichy (Philosophie). Die Ergebnisse des Arbeitskreises werden im Herbst 2014 unter dem Titel "Ethik und Recht in der Fortpflanzungsmedizin" als Band 2 der Schriftenreihe „TTN-Studien“ im Nomos-Verlag veröffentlicht.

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GebFra-Artikel Fortpflanzungsmedizin 07_2014.pdf268.59 KB