Das Verständnis von Leben in der Debatte um die Synthetische Biologie. Ein interdisziplinärer Workshop.

Vom 10. - 13. Februar fand im Studienhaus Gut Schönwag ein von der ehemaligen TTN-Mitarbeiterin Stefanie Herresthal und dem TTN-Essay-Preisträger 2011 Tobias Graßmann veranstalteter Workshop statt, in dem die Kontroverse um die Synthetische Biologie hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Lebensverständnis diskutiert wurde. Das Verständnis von Leben weist bereits auf den Ebenen natur- und geisteswissenschaftlicher Theoriebildung, religiöser Auslegung und alltäglicher Auffassung viele Gestaltungen auf, wird allerdings in den Augen von Kritikern wie Befürwortern der Synthetischen Biologie durch deren ingenieurswissenschaftliche Herangehensweise und ihren Anspruch, Lebewesen technisch, gar mit neuen Eigenschaften versehen, herzustellen, als herausgefordert betrachtet. Die Teilnehmer aus den Disziplinen Philosophie, Theologie und Biologie setzten sich dabei insbesondere mit folgenden Problemstellungen auseinander:

Müssen wir das Leben erneut neu denken? Überlegungen zur Relevanz der Synthetischen Biologie für den Lebensbegriff in den Naturwissenschaften. (Daniel Frank)

Verschiedene Fassungen biologischen Lebensverständnisses im Verhältnis zum stark ingenieurswissenschaftlich geprägten der Synthetischen Biologie. (Elisabeth Loos)

Kants Wissenschaftstheorie des Organismus. (Stefanie Herresthal und Anja Pichl)

Was ist Leben – eine ethische Frage? (Daniel Falkner)

Risiken und Nebenwirkungen der Lebensherstellung. Zur ethischen Kritik am Lebensbegriff der Synthetischen Biologie. (Tobias Eichinger)


Die Beiträge der Teilnehmenden werden voraussichtlich in der neuen digitalen Publikationsreihe des Instituts „TTNedition“ im Sommer 2014 erscheinen.